Weltrekord hoch über dem Achensee

Vom Langlaufen bis zum Surfen, vom alpinen Skilauf bis zum Tauchsport: Tirols größter See bietet Sommer wie Winter Gelegenheit zur sportlichen Betätigung. Darüber hinaus werden am „Meer der Tiroler“ aber auch spektakuläre Sportarten wie Gleitschirmfliegen, Ballonfahren oder etwa Apnoetauchen praktiziert. „Immer wieder sorgen Sportlerinnen und Sportler für Höchstleistungen und Rekorde am Achensee. So auch Mike Küng, der mit einen „Head Over“-Sprung aus 7100 Metern Höhe einen neuen Weltrekord schaffte.

Eisige Kälte am Boden und beste Verhältnisse in der Luft herrschten in Achenkirch bei einem Rekordversuch der besonderen Art. Am 21. Jänner stieg Mike Küng mit dem Achensee Heißluftballon vom Parkplatz der Hochalmlifte Christlum zum Weltrekordversuch auf. In einer Höhe von 7.100 Meter kletterte der gebürtige Vorarlberger auf den Rand des Korbes und ließ sich kopfüber in die Tiefe fallen. Ein in Fachkreisen genannter „Head Over“, wie es ihn bis dato noch nicht gegeben hatte. Gelandet ist Küng schlussendlich in der Nähe der bayerischen Stadt Bad Tölz.

Küngs Weltrekord wurde nicht zuletzt auch aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Ballonfahrer Andy Nairz (alpine ballooning – austria/tirol) ermöglicht, der auch im Rahmen der alljährlich stattfindenden Achensee Ballontage federführend aktiv ist: „Ich gratuliere Mike zu diesem Weltrekord, er ist einfach ein ‚wilder Hund‘. Es war ein bisschen ‚frisch‘ da oben, aber die Kälte konnte uns allen nichts anhaben. Bedanken möchte ich mich noch bei der Flugsicherung lnnsbruck, ohne ihre Unterstützung wäre dieser Weltrekord nicht möglich gewesen“ so Nairz nach der Landung in der Nähe des Walchensees.

Die Technik – herausfordernd und spektakulär
Häufig werden Gleitschirmflüge aus einem Heißluftballon mittels D-Bag absolviert. Dabei hängt der Springer an einem Sack unterhalb des Ballonkorbes. Nicht so in diesem Fall: Küng machte einen Head Over, das heißt: Er sprang direkt aus dem Korb. „Das Spezielle am Head Over-Sprung ist das besonders intensive Sprung- und Freifallgefühl das man beim D-Bag nicht in dieser Form erlebt. Ein Head Over ist zudem die technisch größere Herausforderung als ein D-Bag“, so Küng. Der frischgebackene Weltrekordhalter hat die Ballonfahrt und seinen Sprung im Übrigen ohne Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff absolviert.

Mike Küng
Mike Küng
ist wahrlich kein Unbekannter im Bereich der Gleitschirmflieger: Bereits seit 1987 ist der gebürtige Vorarlberger in höchsten Höhen unterwegs. Im Jahr 2000 erlebte Küng den internationalen Durchbruch mit seinem Sieg bei der Acro-Weltmeisterschaft in den USA. Diesem Triumph folgte eine Überquerung des Ärmelkanals im Jahr 2003. Im Folgejahr stellte er einen Höhenrekord (10.100m) mit dem Heißluftballon auf.